Dienstag, 11. Juni 2019

KAUM BESSER ALS IHR

[BRD][2015]

KAUM MEHR ALS 24 STUNDEN SPÄTER: DIE FORTSETZUNG DER GASTREZENSION VON JDVF-MITBEGRÜNDER STUART REDMAN. LESEN UND VERSTEHEN!

Regie: Hans Schulte, Nina Rosenbohm
Darsteller: Nina Rosenbohm, Arne Löber, Christo Michailidis, Katharina Michalenko, Polyanna Move, Elise Preteux, Dominik Schweizer, Lydia Schulte,Torsten Hampel, Rudolf Karg

„Ich weiß, was Angst ist. Wie sie sich anfühlt, wie sie den Verstand lähmt und jeden in ein hilfloses, zitterndes Etwas verwandeln kann. Ich muss von schrecklichen Begebenheiten berichten, die auf meinem Fernsehbildschirm geschahen. Und noch immer geschehen. Es wäre ein verhängnisvoller Fehler, die Menschen darüber im Unklaren zu lassen. Es ist an der Zeit, dass sie die Wahrheit erfahren.“ (In Anlehnung an Gabriel Burns)

Ein paar Tage sind seit meiner Sichtung von KAUM MEHR ALS TIERE ins Land gegangen. Ich habe beim Gedanken an dieses Machwerk immer noch einen etwas schalen Geschmack im Mund, als hätte ich etwas Verdorbenes konsumiert. Aber mir stehen ja leider noch zwei Filme der Trilogie bevor, die gesichtet werden müssen.

Also reden wir nicht länger als unbedingt nötig um den heißen Brei herum. Je eher ich beginne, umso eher habe ich es hinter mir. Kommen wir zum Review von Teil 2: KAUM BESSER ALS IHR. 

„Viele Wochen später“ (also nach den Ereignissen des ersten Teils) stimmt zumindest endlich das Bildformat und der Ton läuft plötzlich ebenfalls synchron zum Bild. 

Das Budget dieses Films dürfte hauptsächlich in die Miete für einen Hertz-Transporter geflossen sein, bei dem sich die Dunkle direkt am Anfang unbemerkt in den Laderaum schleicht. (Auch wieder ein voll logisches Verhalten. Die Kannibalen-Tusen sind total menschenscheu, haben Tage gebraucht, bis sie sich bei den Studenten in die Hütte getraut haben, aber in Teil 2 steigen sie mir nichts, dir nichts, und auch noch ohne jeden ersichtlichen Grund in ein Fahrzeug ein...) 
Langhaar humpelt dem Transporter dann auch noch laut winkend und rufend hinterher, als wolle sie den Fahrer auf den blinden Passagier aufmerksam machen… 

Glatzen-Peer aus Teil 1 heißt übrigens Christo, Typ 2 heißt Sven. Erfährt man reichlich früh, wenn man bedenkt, dass Teil 1 und 2 ja immerhin mal separate Filme waren. 

Offenbar treffen sich Mark, Jessica und Christo nach mehreren Wochen das erste Mal wieder. 

Jessica:
„Schade, dass Sven nicht dabei ist.“

Spricht’s und wartet geduldig zwei Sekunden ab, bis das Telefon klingelt und Sven anruft. Total realistisches Timing... Nicht. 

Sven:
„Und, wie sieht's aus? Irgendwelche Bissverletzungen?“ 

Offenbar hält sich Jessica doch tatsächlich die Stumme als eine Art Haustier. Klasse Idee! Sollte man mit allen traumatisierten Menschen machen. Ist ja auch überhaupt nicht menschenverachtend. Jessica hat sie Marie getauft. Der Name gefällt ihr voll gut. Jessica berichtet stolz, dass sie ihr einige Wörter beibringen und weitere Storys aus ihrer Vorgeschichte entlocken konnte. 

Sven:
"Und sonst so? Hast du sie stubenrein bekommen?" 

Christo:
"Und wann kriegen wir sie endlich zu sehen?" 

Alter, checkt ihr kranken Penner eigentlich gar nicht, dass ihr es mit Menschen und nicht mit einem dressierten Zirkusäffchen zu tun habt? 

Ein Typ (wir werden einige Zeit später erfahren, dass er André heißt) rennt durch den Wald und trifft zufällig auf Langhaar und die Bissige, die im Laub rumwühlen. Wie die Studenten in Teil 1 geht auch er ohne jede Vorsicht ganz dicht an die Frauen heran, steht dann erstmal nur blöd da und lässt sich von Langhaar mit dem Finger antippen. Offenbar sind in Lüdenscheid alle so bescheuert, dass sie in so einer Situation komplett ihr Gehirn ausschalten. 

André:
„Was macht ihr denn hier?“ 

Langhaar:
„Manka. Manka. Manka.“

André:
„Was wollt ihr von mir?“ 

Langhaar:
„Manka.“ 

André:
„Essen? Ich hab nichts zu essen da.“ 

André haut einfach wieder ab. Die Szene ist so sinnlos, ich fasse es nicht. 

Die Dunkle dreht derweil im Lieferwagen durch. Der Fahrer merkt das, hält an, öffnet die Heckklappe und wird direkt erstmal gebissen. Dunkel läuft weg. 

Sinnloser Schwenk über Sauerländer Berge. 

Jessica stellt „Marie“ derweil Christo und Mark vor. Sie hat mit Marie in den letzten Tagen geübt, aufrecht zu gehen. (Konnte die auch schon in Teil 1, aber egal.) 

André von vorhin bringt seinen Kumpel Dennis zu den beiden Frauen im Wald (Die beiden Männer sind mindestens Mitte 20, verhalten sich aber wie zehnjährige Kinder). 

André:
"Die tun nix. Komm, trau dich. Die machen nichts."

Dennis traut sich nicht, die Frauen anzufassen. 

André:
"Na komm. Wenigstens anspucken."
(Sic!) 

Er schiebt Dennis in Richtung der Frauen, als wäre es eine Mutprobe, die anzufassen oder anzuspucken (Jetzt mal ehrlich, so einen Schwachsinn haben wir nicht mal als Zehnjährige gemacht, so dumm ist das). 

Dennis spuckt Langhaar an. 
Langhaar spuckt mehrfach (!) zurück. 

Dennis:
„Ey, die spuckt zurück.“

André:
„Ach Quasch.“
(Brille: Fielmann!) 

Während Dennis vor der spuckenden Langhaar Reißaus nimmt, bewirft André die Bissige mit Stöckchen. Die fällt darauf über ihn her. Wir bekommen Billig-Splatter mit Halsbiss zu sehen. Komischerweise findet Langhaar es gar nicht gut, dass die Bissige André gekillt hat. Bitchfight. Langhaar rennt weg. Das Ganze ist echt so absurd, man glaubt es nicht, wenn man es nicht mit eigenen Augen sieht. 

Dennis kommt nach Hause.

Seine Mama:
„Na, ihr wart aber nicht lange unterwegs.“

Dennis:
„Nein.“

…und verdrückt sich in sein Zimmer. 

Mann, es sind nicht einmal 10 Minuten um, und das Ding ist jetzt schon doppelt so bekloppt wie Teil 1. Un-fucking-fassbar! 

Langhaar läuft derweil in die Stadt und trifft einen Passanten. Auch der ergreift nicht die Flucht, ruft nicht die Polizei oder macht sonst irgendwas Vernünftiges, was man bei der ersten Begegnung mit einer völlig verwilderten Frau machen würde. Nein, auch er steht nur blöd herum, und als Langhaar an ihm herumzuschnüffeln beginnt, fragt er verblüfft: „Äh, was soll das denn jetzt?“ …und nimmt sie mit sich mit. Hmmm... Ob er sie vielleicht zum nächsten Arzt, zum nächsten Krankenhaus, zum nächsten Polizeirevier oder wenigstens zum nächsten Obdachlosenasyl bringt? Wir werden sehen… 

Der schmierige Unternehmersohn Hagen von Hofhagen (sehr origineller Name) trifft sich mit Kumpel Jerome in der Kneipe und heult rum, weil sein Vater ihm einen Großauftrag entzogen hat. Es kommt eine Blondine am Tisch vorbei, kündigt dem Wirt an, dass sie jetzt eine rauchen geht, und grüßt im Vorbeigehen Von Hofhagen. Der meint kurz darauf zu Jerome: „Ich geh jetzt erstmal eine rauchen, und vielleicht läuft dann ja noch was mit der Süßen.“ Jerome will wissen, woher er diese „geile Perle“ kenne. Hofi: „Die hat bei uns neu in der Buchhaltung angefangen.“

(Merkt ihr was? Das ist BANG BOOM BANG in gaaaaaaaaaaanz schlecht. Und natürlich überhaupt nicht klischeetriefend…) 

Die „geile Perle“ ist übrigens entweder schwanger, oder sie hat von Natur aus mächtige Rettungsringe. Geil ist jedenfalls anders. 

Vor der Tür muss Hofi feststellen, dass die „Süße“ sich am Telefon mächtig über ihn lustig macht. Frustsaufen. Bier auf Ex.

Hofi:
„Ich werd's meinem Vater schon zeigen. Und der Schlampe auch!“ 

Rachegedanken. 

Die Dunkle erschreckt derweil einen Rentner. 

Der Passant (er heißt übrigens Thorsten) hat Langhaar wie erwarten nirgendwo abgeliefert, wo man ihr professionelle Hilfe zu Teil werden lassen könnte, sondern sie kurzerhand mit nach Hause genommen. (Wie schon im ersten Teil setzt sich das völlig unlogische Verhalten sämtlicher Protagonisten alo konsequent fort.) Als sie vor seiner Wohnung stehen sagt Thorsten zu ihr: „Sei bloß vorsichtig. Schmier‘ nicht die Wände voll. Mein Vermieter reißt mir den Kopf ab.“ 

(Wenn wir jetzt einfach mal in der fragwürdigen Ethik des Films bleiben und die Frauen auch einfach mal als Tiere betrachten, mit denen jeder machen kann, was immer ihm gerade in den Sinn kommt, lautet an dieser Stelle die Frage: Steht in Thorstens Mietvertrag eigentlich nichts darüber, dass das Halten von Haustieren die Zustimmung des Vermieters voraussetzt?)

Wunden säubern läuft dann so ab, dass Thomas einmal kurz mit einem Wattebausch mit bisschen Alkohol auf die Wunde tippt. Das reicht schon. Der Rest vom ganzen Dreck kann ruhig dran bleiben Saubermachen bedeutet wie in Teil 1 einfach mit nassen Lappen den Unterarm abwischen. 

Dunkel ist derweil im Garten von zwei offenbar ziemlich Bibel-besessenen älteren Leuten angekommen (Die Frau kennt man übrigens u. a. aus einem Werbe-Kurzfilm von Hans Schulte für seinen Matratzenladen, mit dem dieser angeblich die Werbefilmbrache revolutioniert hat, weil es sowas laut seiner Aussage nie zuvor gab). Auch diese beiden Alten bekommen während des gesamten Films keine Namen verpasst. Ich nenne sie daher ab jetzt einfach mal Gaby und Horst. 

Gaby:
(guckt zum Fenster heraus auf die Dunkle im Garten)
„Ohne Offenbarung verwildert das Volk.“ 

Horst:
„Es will Ehe eingehen mit deinen Heiden. Heere einnehmen auf Erden.“
(Oder wenigstens so ähnlich. Der Typ nuschelt und es plärrt Musik im Hintergrund.) 

Gaby:
„Der Herr Zebaoth ist mit uns. Der Herr ist unser Schutz.“ 

Man bringt der Dunklen ein Stück Kuchen in den Garten, und kaum ist sie dadurch angelockt, schleppt man sie einfach mit Gewalt ins Haus. (Ergibt Sinn. Fundamentale Christen reden nicht nur ausschließlich in Bibelversen, sondern verschleppen ja bekanntlich auch gerne total spontan wildfremde Leute, die sie in ihrem Garten vorfinden. Wem will Schulte diesen Mist verkaufen?) 

Die Familie von André macht sich Sorgen und ruft bei der Mutter von Dennis (der heißt mit Nachnamen Baumann) an. Dennis gibt vor, nichts zu wissen. Könnte ja sonst Ärger von Mutti geben. 

Der hilfsbereite Thorsten (Btw.: Fliesentischbesitzer) füttert Langhaar mit einem halben Mettwurstbrötchen. Zeit für eine Ess-Montage. Lohnt sich auch voll bei den Mengen an Futter… 

Thorsten:
„Hat dir offensichtlich gut geschmeckt. Hast ja nichts übriggelassen.“
(Ja, an einem halben Brötchen mit einer Scheibe Mettwurst kann man sich auch schon mal überfressen. LOL!) 

Wir sind bei knapp 25 Minuten. Eine beknackte Szene jagt hier die nächste. Das hält man echt im Kopf nicht aus. 

Bei den Baumanns kommt Mutter Baumann ganz ruhig ins Wohnzimmer marschiert. 

Mutter:
„Der Vater von André hat gerade angerufen. Sie haben ihn gefunden.“ 

Vater:
„Na Gott sei Dank.“ 

Mutter:
„Ermordet.“ 

Aber echt mit so einer Seelenruhe vorgetragen, als würde sie berichten, dass man ihn mit Kumpels vor dem Rewe beim Klönschnack angetroffen hätte!!! Ich lieg hier gerade schallend lachend unterm Tisch und muss an ihn hier denken: 

       


Vater:
„Was? Wie kann das denn sein?“ 

Mutter (zu Dennis):
„Weißt du, was war? Hast du irgendjemanden gesehen?“ 

Dennis:
„Ja, da waren so Mädchen gewesen.“ 

Dennis erzählt in zwei Sätzen, dass die Mädchen sich komisch verhalten hätten, er aber nicht wüsste, ob sie André was getan haben. Mutter steht auf: „So, ich muss jetzt erstmal den Vater von André anrufen." (Zu Dennis:) "Warum hast du das denn nicht gleich erzählt?“ 

(Immer noch hat sie die Ruhe weg. Als wäre überhaupt nix gewesen. Mord im Bekanntenkreis kann halt schon mal passieren...) 

Am nächsten Morgen sitzen Jessica, Mark und Christo mit Marie beim Frühstück. Mark studiert die Zeitung, ob es Nachrichten über die Frauen gibt. 

Mark:
„Wartet mal, ich glaub ich hab hier was.“ 

Christo:
„Rentner oder Schafe?“
(Nein, Christo, Mark meint nicht die Anzeigen für Sex-Hotlines… Muahahahaha…) 

Anstatt des Mordes an André steht nur der Beißangriff auf den Transporter-Fahrer in der Zeitung. 

Dunkel sitzt (gefesselt und angekettet mit der „Original-Folterkette aus der Kaum-Trilogie“™) auf einem Dachboden. Gaby trägt komplett gestelzt irgendwelche prophetischen Bibelverse vor. Dann quält sie Dunkel, indem sie vor ihren Augen Wasser trinkt, der durstigen Wilden aber nichts abgibt. 

Thorsten wundert sich, warum es im Zimmer von Langhaar so stinkt. Des Rätsels Lösung: Sie hat auf den Teppich gekackt. Übrigens stört sich auch diesmal wieder keiner am Geruch der Frauen an sich, obwohl die nach wie vor noch nie richtig gewaschen wurden und in völlig versiffter Kleidung herumlaufen. Aber bevor er die Kacke wegmacht, fordert Thorsten erstmal zum Frühstück auf (Mir wäre an seiner Stelle ja eher der Appetit vergangen, aber egal…). 

Horst isst der Dunklen derweil eine Stulle vor (Diese Art Folter ist ja schlimmer als Waterboarding!) und fängt dann ebenfalls mit Bibelgesabbel an. 

Andrés Onkel lädt sein Gewehr. Seine Frau blickt besorgt (eher nichtssagend) aus der Wäsche.

Frau:
„Ich hoffe... du hast nicht das damit vor... was ich denke.“

Onkel:
„Und ob ich das vorhabe. Wenn ich zurückkomme, haben wir zwei Raubtiere im Wald weniger.“

Frau:
„Ich bin damit wirklich nicht einverstanden. Beim besten Willen nicht. Warte doch erstmal ab. Du hast doch bisher nur zweimal mit Andrés Eltern gesprochen. Vielleicht war es auch ganz anders.“
(Die trägt das in einem übertriebenen Staccato vor, dass ich vor Lachen losprusten muss.) 

Onkel:
„Was soll denn anders gewesen sein? Die haben meinen Neffen abgeschlachtet und gefressen. Die schieß ich ab und erlege sie.“ 

Frau:
„Aber das sind doch immer noch Menschen.“

Onkel:
„Eher nicht. Ich treff mich mit Thomas im Wald.“

Frau:
„Bitte, zieh unseren Sohn da nicht mit hinein.“

Onkel:
„Der hat gesagt: Wenn ich nicht mitkomme, geht er allein.“ 

(Die beiden liefern eine so grandios verkackte Darsteller-Leistung ab, sie tun einem fast leid. Das ist hier in rein getippter Textform leider nicht einmal annähernd reproduzierbar.) 

Außerdem fragt man sich natürlich: Wenn mittlerweile rausgekommen ist, wie André zu Tode kam, wird doch auch endlich die Polizei davon wissen. D. h. es müsste eigentlich schon ein großangelegtes Polizeiaufgebot die Wälder durchstreifen auf der Suche nach den Frauen. Da ist aber keiner. Realistische Fahndungsarbeit auf ganzer Linie. Oder ist das etwa Hans Schultes versteckte Kritik am handlungsunfähigen Staat? Man weiß es nicht (und will es ehrlich gesagt auch gar nicht wissen). 

Langhaar darf sich bei Thorsten ausziehen, um geduscht zu werden (Na endlich mal eine sinnvolle Idee). Er hat ihr gerademal mit der Brause ein paar Flecken grüne und schwarze Schminke vom Rücken gerubbelt (wobei Polyanna Move sorgsam ihr Haar hochhält, damit es auch ja nicht nass wird), der meiste Dreck ist aber noch auf ihr drauf, da kündigt Thorsten auch schon an, man wäre fertig. (Hat Schulte eine Aversion gegen das Waschen, oder warum wird hier Körperhygiene, wenn überhaupt, immer so sparsam betrieben, dass sie effektiv total sinnlos ist?) 

Onkelchen streift alleine (wo ist eigentlich Thomas?) durch den Wald und findet rein zufällig auf dem Boden ein einzelnes Laubblatt mit einem Blutstropfen darauf.

Onkel:
„Blut. Die erwischen wir heute noch.“ 

(Das Sauerland besteht ja auch nur aus ein paar Quadratmetern Waldfläche. Da sollte ein einzelner Mann eine einzelne Frau ohne Probleme in kurzer Zeit aufspüren können…) 

Langhaar macht bei Thorsten Unterhosen-Ausprobiering und findet einen String-Tanga am besten (der schnalzt so schön in der Mokka-Ritze). Wenigstens verzichtet Schulte hier darauf, dass sie sich die Unterhose als Gag erstmal über den Kopf zieht. 

Mark und Christo suchen abends im Dunkeln nach den Mädchen. (Bietet sich ja auch keine andere Tageszeit an.) Bei Jessica zuhause ist parallel dazu hellichter Tag. Mark erfährt über sein Handy, dass ein Junge totgebissen wurde. 

Langhaar will Sex mit Thorsten. Der will aber partout nicht. Langhaar ist enttäuscht. 

Übrigens: 40 Minuten und noch immer kein Natursekt. ICH bin enttäuscht! (Nein, nicht wirklich!) 

Der Onkel streift nach wie vor mit dem Gewehr durch den Wald. Da es wieder hell ist, hat es wohl am Vortag doch nicht mehr mit dem Auffinden der Frauen geklappt. Von Thomas nach wie vor keine Spur. Onkel sieht etwas und legt das Gewehr an. Schnitt. Die Bissige rennt durch den Wald. Dummerweise passt aber ihre Laufrichtung absolut nicht zur Zielrichtung des Gewehrs. Hans Schulte verbricht einen Achsensprung, der jeder Beschreibung spottet. (Was reg ich mich auf? Technik wird doch beim Filmemachen eh total überbewertet…) 

Christo und Mark laufen getrennt durch den Wald. Nach wie vor suchend. Christo hat plötzlich komplett andere Klamotten an. Mark macht sich sorgen, ob sie nicht doch endlich mal die Polizei rufen sollten (Jetzt ist es auch zu spät, du Honk!). Vielleicht wären sie ja daran schuld, dass der Junge gestorben ist (Hast du richtig erkannt, du Vollpfosten!). Natürlich wird der Anruf bei der Polente NICHT in die Tat umgesetzt. 

Christo trifft auf den Onkel, der wiedermal auf eine der Frauen angelegt hat (die man aber nicht sieht). Christo versucht den Onkel vom Schießen abzuhalten, indem er wiedermal blöd rumsteht und was von Anzeige labert. JETZT taucht endlich Thomas auf und fragt, warum sein Vater nicht schießt. Den Dialog muss ich wiedergeben. Das ist so hanebüchen: 

Christo:
„Stop! Halt! Halt!“ 

Onkel:
„Was geht Sie das an?“ 

Christo
(deutet drei Meter vor sich auf den Boden, obwohl der Onkel irgendwo in die Ferne gezielt hat):
„Das ist immer noch ein Mensch!“ 

Onkel:
„Nein! Das ist DIE Bestien, die meinen Neffen... ZERFLEISCHT hat!“ 

Christo:
(fasst sich verwirrt an den Kopf)
Ich verstehe Ihren Schmerz, glauben Sie mir, aber Sie haben keine Ahnung, was hier los ist. Es steckt viel mehr dahinter.“ 

Onkel legt wieder das Gewehr an. 

Christo:
„Ich zeige Sie an, wenn Sie schießen.“ 

Onkel nimmt das Gewehr herunter und guckt wie ein kaputtes Auto. Thomas kommt ins Bild. (wo auch immer der jetzt plötzlich doch noch herkommt…) 

Thomas:
„Was machst du denn? Warum schießt du nicht. Die entkommt noch!“

Christo:
„Tun Sie mir einen Gefallen: Gehen Sie nach Hause, wir kümmern uns drum.“
(Joa. Würde ich an deren Stelle auch machen. Wenn mir so ein dahergelaufener Fatzke sagt, er kümmert sich drum, macht der das bestimmt auch…) 

Thomas:
„Wir?“ 

Christo:
„Meine Freunde sind gleich da.“
(Der durchschaubarste Bluff ever…) 

Onkel:
„Ich hol jetzt die Polizei!“
(Erst den Ein-Mann-Lynchmob spielen wollen und dann die Bullen rufen. Ja klar. LOL!) 

Christo:
„Dann erzähl ich ihnen von Ihrem Mordversuch!“ 

Thomas:
„Na hoffentlich frisst die DICH als nächsten!“

Christo:
„Jaja, komm, geh einfach nach Hause.“ 

Onkel und Thomas trollen sich. 

Während Thorsten versucht, aus Langhaar herauszukriegen, wo sie herkommt, trifft Mark im Wald auf Hofi und Jerome (ihr erinnert euch, der Unternehmersohn, der die „geile Perle“ flachlegen wollte, und sein Kumpel). Als Mark die beiden fragt, ob sie eine verwilderte Frau gesehen hätten, interessieren sich die beiden sehr für das Thema. Sie haben im Radio schon davon gehört, dass wilde Frauen einen Jungen totgebissen hätten.

Hofi:
„Was hast du denn mit denen zu tun?“ 

Mark:
„Ach, ich kenn sie von früher.“
(… und warst ganz spitz auf Langhaar, gelle?) 

Mark geht weiter und Hofi meint zu Jerome, dass das genau die Richtigen für sie wären. Mit denen könnte man Spaß haben. Kurz darauf treffen die beiden doch tatsächlich Thorsten und Langhaar und haben rein zufällig Chloroform dabei (Wer trägt nicht immer eine Flasche davon mit sich herum?), um die beiden zu betäuben. Thorsten wird in den Wald geschleppt und an einen Baum gebunden, Langhaar mitgenommen. 

Gaby versucht der Dunklen auf dem Dachboden mit Weihwasser den Teufel auszutreiben. Wieder gestelztes Bibel-Geschwurbel. 

Christo findet Thorsten. Der erzählt ihm nach seiner Befreiung, er wäre mit einer „Freundin“ unterwegs gewesen und dann hätten ihn zweit Typen betäubt und seine Freundin sei jetzt „auch irgendwie weg“. 

Christo:
„Wie, deine Freundin ist weg?“

Thorsten:
"Ja, das... Äh... Ich hab... Das ist'n... Ja, OK, ich erzähl dir das jetzt einfach mal: Ich hab da gestern 'n Mädel kennengelernt, die war so'n bisschen seltsam drauf gewesen und ähh ja, die hab ich dann mal mit nach Hause genommen, weil ich ihr helfen wollte...“

Christo:
„Warte, warte, warte, warte. Was meinst du mit seltsam?“

Thorsten:
„Naja, sie hat sich so'n bisschen seltsam bewegt, würde ich sagen, ja, und dann, sah auch so'n bisschen verwildert aus, war schon alles etwas hmmmmm....“ 

Ich denk mir das nicht aus! Die Dialoge laufen alle Wort für Wort genau so ab! 

Christo:
„Es gibt noch drei weitere davon. Wir suchen die schon länger. Hast du Bock, mitzuhelfen?“ 

Thorsten:
„Ja klar.“ 

Jessica liest Marie „Das Eichhorn und der erste Schnee“ vor. Marie lernt viele nützliche neue Worte, z. B. „Eichhörnchen“… 
  
Noch mehr Bibel-Geseier auf dem Dachboden. 

Mark, Christo und Thorsten im Wald. Christo hat mal wieder andere Klamotten an. Es wird geplant, in welchen Ortschaften man die Frauen suchen will. (Auch hier, wie schon zuvor bei Andrés Onkel: Die suchen ZU DRITT die Wälder im halben Sauerland nach drei einzelnen Frauen ab… Viel Erfolg, ihr Pannemänner. Hihi.). 

Mark zu Thorsten:
„Bist du dabei?“ 

Thorsten:
„Auf jeden Fall. Das ist viel zu interessant, um jetzt locker zu lassen.“ 

Christo:
„Find ich gut, dass du mitmachst.“ 

Thorsten:
„Auf jeden!“ 

Mark:
„Sauber.“ 

Hofi und Jerome haben langhaar in irgendwelche kargen Räume verschleppt. Hofi will mit ihr „Spaß haben und damit richtig Geld verdienen“. Er will einen Snuff-Film drehen. (Uiuiui, Tiffy!) 

Eine Stunde läuft der Mist jetzt schon, und laut OFDB muss ich noch eine weitere Dreiviertelstunde aushalten. "Isch glaub isch muss breschen!"

Such-Montage im Wald. Laaaaangweilig. 

Wie konditioniert man ein Snuff-Film-Opfer zum Mitmachen? Hofi stopft Kekse in einen Jutebeutel. Dadurch soll sich Langhaar an den Sack gewöhnen (Konditionierung durch Belohnung und so, ihr versteht). Später wird der dann mit „Überraschungen“ seiner Wahl gefüllt. 

Horst will Dunkel erst zu Essen und zu Trinken geben, wenn sie „Gott ist der Herr“ sagt. Als sie das mühsam herausstammelt, geht ihm sichtlich einer ab. 

Sven klingelt bei irgendjemandem wahllos an der Haustür.

Sven:
„Hallo. Entschuldigen Sie, haben Sie zufällig einige junge Frauen gesehen? Verwahrloste Kleidung, merkwürdiges Auftreten?“ 

Mann:
„Nein, ich hab niemanden gesehen.“ 

Sven:
„Gut. Danke schön.“

Er wendet sich zum Gehen.

Mann:
„Warum?“ 

Sven:
„Es ist zu kompliziert, das jetzt zu erklären. Trotzdem danke.“

Mann:
„Aha.“ 

Sven geht. (Waaaaaah. Man möchte seinen Kopf laufend vor die Wand hauen, so sehr tut hier eine Szene nach der anderen weh!) 

Langhaar bekommt wieder den Sack. Diesmal sind Rasierklingen darin. Die Folge: Zwei kleine Schnitte in der Hand. Wird alles schön von Jerome gefilmt. Das wird DER Renner auf dem Snuff-Film-Markt. Sowas Hartes hat die Welt noch nicht gesehen… 

Das Fundamentalistenpaar kommt auf die Idee, die Dunkle mit der Rute zu züchtigen, weil die dreimal hintereinander auf den Boden gemacht hat. Horst fletscht die Zähne und schlägt schön zaghaft zu. Die Schlag-Klatschgeräusche sind nachträglich komplett asynchron eingefügt. Er deutet auf die Rute und zeigt auf den Eimer, in den die Dunkle gefälligst pinkeln soll. (Könnte er auch einfach sagen, aber sähe dann wohl nicht dämlich genug aus…) 

Timecode 2:40:19: Polyanna Move pinkelt in echt, on-camera, neben eine Toilette auf den Boden!!! Schulte liefert also doch noch. (Auch, wenn man die ganze Zeit das Gegenteil gehofft hat… Würg!) 

Hofi:
„Hast du gesehen, die kleine Sau hat einen String an.“ 

Jerome:
„Na und, haben doch alle.“ 

Hofi:
„Ich mein ja nur. Wildes Tier und sich dann so geil und sexy zeigen? Die muss doch mitgekriegt haben, dass das zum FICKEN anregen soll.“ 

Jerome:
„Du bist ja richtig geil, wenn du daran denkst.“ 

Hofi:
„Das muss ich auch, bei dem was ich noch vorhabe.“ 

(Was auch immer es sein mag. Kann es dümmer sein, als ein Jutebeutel mit Rasierklingen?) 

Die zweite Falle für den Snuff-Film: Langhaar muss den John McLane machen und barfuß über Glasscherben laufen. Sie hätte zwar in dem Raum, in dem das Ganze stattfindet, noch jede Menge Platz, um die Scherben herum zu gehen (Was die Darstellerin in der gewählten Kameraeinstellung auch eindeutig tut), schreit aber trotzdem laut auf und hat in der nächsten Einstellung ein paar Scherben im Fuß. (Dieses Snuff-Teil wird ein Megaseller. Garantiert.) 

Thorsten findet im Wald einen kleinen Tierknochen. Messerscharf schließt er: Den muss die Bissige angenagt haben. Ansonsten findet man ja auch nie Knochen im Wald… 

In der Gemeinde des Fundi-Ehepaars scheint es noch mehr solche kranken Typen wie die beiden zu geben. Als Dunkel Horst im Gesicht kratzt, will man sie an jemanden geben, der sich besser „um sie kümmern“ kann. 

Horst:
"Gemeindevorstand Holtleben aus Kreuzstein. Der hat Erfahrung mit solchen Fällen.“

(Ich will gar nicht wissen, woher er die haben soll. Ein Teil der Antwort würde sicher die Zuschauerschaft verunsichern…)

Da werden in der Gemeinde also häufiger Frauen einfach so in Häuser verschleppt, auf Dachböden eingesperrt, tagelang hungern und dursten lassen? Damit möchte Hans Schulte uns sicher verdeutlichen, wie verkommen und pervers Priester sind. Die pöse katholische Kirche ist nämlich auch so ein „gesellschaftskritisches“ Steckenpferd von ihm… 

Snuff-Film-Falle Nummer 3: Mit einer Fackel (Taschentuch um Besenstiel gewickelt) wird Langhaar auf eine ca. 30 x 70 cm große, am Boden liegende Metallplatte getrieben (um die herum wieder meterweise Platz ist, so dass sie da gar nicht drauftreten müsste) und schreit wieder herum. Warum versteht keine Sau, aber den Snuff-Filmern sind Millioneneinnahmen sicher. Ganz bestimmt. 

Jessica und Marie spülen Geschirr. Wieder lernt Marie neue Wörter. 

Auf dem Parkplatz von Matratzen Hans (Schultes altem Laden, bevor dieser an eine andere Adresse umgezogen ist) sieht Thorsten zufällig Hofi wieder und ruft sofort seinen Kumpel Marius bei der Polizei an (ENDLICH macht das überhaupt mal jemand. Aber glaubt bloß nicht, dass in der Folge auch nur ein einziger Polizeibeamter die Bildfläche betritt! Schulte führt uns gekonnt in die Irre. Der erste (und höchstwahrscheinlich einzige) Geniestreich in der gesamten Trilogie!) 

Sven fragt weiter in der Gegen herum, wer eine verwilderte Frau gesehen hat und trifft auf den Rentner, den Dunkel am Anfang erschreckt hat. Der sagt nur, sie sei „da lang“ gelaufen. Svens Spur ist so tight, wenn er der weiter folgt, dann burn's bestimmt. 

Hofi versucht derweil, Langhaar zu vergewaltigen. Die verbeißt sich erst in ihn und dann in Jerome, und obwohl die beiden wesentlich kräftiger sind als sie, gelingt es ihr, beide zu töten. Ordentlich „Spladda“. Thorsten tritt die Tür zur Lagerhalle ein (irgendwie hat er rausgefunden, dass Von Hofhagen Senior so ein Ding gehört) und findet Langhaar mit den beiden Leichen. Die hängt sich wie ein Schoßhündchen an sein Bein. 

Das dürfte jetzt das Ende von Teil 2 sein. Ist nicht ganz so eindeutig festzustellen, wie bei Teil 1, mir aber auch egal. 

Timecode 2:56:20. Ich hab keinen Bock mehr! 

KAUM BESSER ALS IHR ist tatsächlich noch bescheuerter, unlogischer und lächerlicher als Teil 1. Der Film ist durchgehend mit so unglaublich bräsigen Szenen und hohlen Dialogen vollgestopft, dass einem die Augen und Ohren bluten. Die Darsteller-Leistungen spotten jeder Beschreibung, der Schnitt ist wie gewohnt totale Grütze. Einzig Kameraführung (von unsinnigen Achsensprüngen natürlich abgesehen) und Musik sind halbwegs brauchbar. Aber selbst beim Musikeinsatz schafft es Schulte, Songs immer wieder ohne jedes Gespür für Dramaturgie mittendrin einfach abzubrechen. Nicht einmal so etwas Simples kriegt der hin. KAUM BESSER ALS IHR tut wirklich, wirklich weh! 

Zum Glück läuft Teil 3 nicht mal mehr eine Stunde.

Laufzeit: 106 Min. / FSK: ohne